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      Dominik Fläsch
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      Welche Videospiele sind für welches Alter angemessen?

      Mir gefallen Speiel wie Super Mario Bros. 3 und Yoshi’s Island fuer den NES/SNES oder Sonic Hedgehog von SEGA Megadrive.
      All diese kann man in einem Emulator auf einem beliebigen PC spielen, was ein Vorteil ist, da es keine kommerziellen Interessen des Spielemachers mehr gibt.

      Kinder von 8-12 Jahren haben in letzter Zeit viel von Spielen wie Fortnite oder Minecraft geredet. Diese kenne ich nicht gut. Ich durfte zwar lustige Tänze daraus kennenlernen.

      Eine wichtige Diskussion ist auch über Videospiele und Gewalt. Etwa Spiele, bei denen man Gegner tötet. Wo ist da die Grenze? Häufig muss man die Welt gegen den Widerstand eines Usurpators befreien. Ist Gewaltanwendung dann gerechtfertigt? Lässt sich dieses Szenario auf die echte Welt übertragen? Wenn wir Piraten spielen, spielen wir auch nicht denjenigen Teil, welcher Raub, Meuchelmord und Brandschatzung ist, sondern Abenteuer und Piratencodex (selbstverständlich verkleidet)…

       

    • #557 Antworten
      Ramona

      In meiner Kindheit (in den 90ern) waren Videospiele erst am Kommen. Die meiste Freizeit verbrachte ich noch mit meinem besten Kumpel draussen auf den Wiesen, in den Wäldern und … zum Leidwesen jener, die sich mehr Ruhe wünschten … freilich auch inmitten der Siedlungen an der Schützenstrasse. Erst um die Jahrtausendwende erfuhr ich von Computerspielen wie The Sims – und wie beneidete ich meine KlassenkameradInnen, die sich zu diesem Zeitpunkt bereits einen Computer oder Konsole leisten konnten! Computer- und Konsolenspiele, das war eine für mich zauberhafte, zugleich vorerst unerreichbare Welt.

      Es scheint noch gar nicht lange her, als ich meinen ersten Vortrag für den Mensch-und-Umwelt-Unterricht im Zollikerberg über den Kleiber auf Mutters alter Schreibmaschine getippt habe. Im Nachhinein denke ich, dass ich im Vergleich zu meinen KlassenkameradInnen mit meiner technischen Ausrüstung wohl ein wenig hinterherhinkte. Aber das war vielleicht ganz gut so.

      Mit meinem ersten Rechner Anfang der 2000er, einem Windows 95/98, eröffnete sich mir die kunterbunte, verrückte Welt der Computerspiele; von Sims zu Need for Speed über ZooTycoon und Grand Theft Auto: Vice City, bald Grand Theft Auto: San Andreas, weiter zu Vampire – The Masquerade – Bloodlines. Während Sims, ZooTycoon und Autorennspiele wie Need for Speed harmlos und meinem Alter entsprechend waren; mit der GTA-Reihe und The Masquerade verliess ich relativ früh den virtuellen Pfad der Unschuld. In diesen Spielen schlüpft man in die Rolle einer häufig ambivalenten Figur – Avatar genannt – . Man überfällt mit seinen Bandenmitgliedern Banken, überrollt ahnungslose Passanten mit seinem vom Militär „geborgten“ Panzer oder lauert in einer dunklen Gasse einer späten Nachteule auf, um sie aus dem Hinterhalt zu attackieren und blutleer zu saugen. Gewalt ist unumstösslicher Teil solcher Spiele.

      Wie Sie, Herr Fläsch, das Beispiel mit den Piraten erwähnen, möchte ich auch Räuber und Gendarm nicht unerwähnt lassen. Diese Spiele haben eines mit zahlreichen, besonders beliebten Computer- und Konsolenspielen gemeinsam: Sie sind Rollenspiele. Im realen Leben können Kinder ihre Rollen natürlich nicht ganz so realitätsnah ausspielen, wie sie es könnten, würden sie beispielsweise in einer virtuellen Lebenswelt ins Gewand eines Piraten schlüpfen. Die Virtualität sprengt die Grenzen des bisher Möglichen in ungeahntem Masse. Gewalt wird plötzlich zu einer reellen Option. Ja, in vielen Spielen bisweilen zur einzigen Option, möchte man seine Spielfigur und deren Geschichte voranbringen.

      Ein Spiel, dem ich mich erst im erwachsenen Alter gewidmet habe, ist World of Warcraft. Ein MMORPG, ein Massively Multiplayer Online Role Playing Game. Hier kreiert man seinen Charakter und betritt eine offene, fantasievolle Welt voller tödlicher Gefahren, voller Zauberei und Möglichkeiten. Millionen von Menschen weltweit tummeln sich in Azeroth, der Welt von World of Wacraft. Zwischen 2004 und 2010 dürfte World of Warcraft immer mal wieder Schlagzeilen gemacht haben. Begriffe wie Computerspielsucht kursierten und kursieren.
      WoW ist eine virtuelle Welt des Krieges, und doch bleiben unverhältnismässige Horrorszenarien, Splatter- und Gore-Momente aus. Das Spiel ist ab 12 Jahren erhältlich und gilt von den Inhalten her als „leichte Kost“. Nicht zu vergleichen mit Ballerspielen oder auch den neueren GTA-Teilen oder Red Dead Redemption, die sich allesamt um einen höheren Realismus bemühen und das Töten von Tier und Mensch bisweilen sehr detailgetreu verarbeiten. Vielleicht zu detailgetreu.

      Grundsätzlich halte ich Computer- und Konsolenspiele für eine tolle Freizeitbeschäftigung, erst recht dann, spielt man mit ein paar Kameraden zusammen. Das kann physisch vor der Konsole sein oder in Onlinespielen wie World of Warcraft. Gerade in diesen Spielen denke ich, dass Menschen das lustige und sorglose Beisammensein geniessen. Nicht unbedingt die Tatsache, dass ihre Avatare soeben ein halbes Dutzend geifernder Froschmonster erschlagen haben. Wenn Kinder spielen, lohnt es sich bestimmt, sich einmal näher mit den Spielen zu beschäftigen. Handelt es sich um Ballerspiele, in denen es von Anfang bis Ende ums Töten geht? Oder sind es womöglich eher Rollenspiele, bei denen das Töten zwar vorkommt, aber häufig Sinn und Zweck? Und wie wird das Sterben einer Person oder eines Tiers präsentiert? In einigen Spielen fallen die Gegner einfach um oder verpuffen, in anderen spritzt Blut und ein roter Tümpel ergiesst sich über den Boden …

      Der Grad der Brutalität ist doch sehr unterschiedlich. Die Altersfreigabe selbst ist zwar ein hilfreicher Hinweis, bei Unsicherheiten würde ich aber auf jeden Fall im Netz nach Screenshots und Rezensionen Ausschau halten. Zu blutig muss nicht sein. Auch für mich als Erwachsene nicht. 😉

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